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Der Kristall des Säkularismus
Der Kristall des Säkularismus
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Es mag paradox erscheinen, aber der Begriff „Säkularismus“ ist bekanntermaßen der religiösen Sprache bzw. der Sprache einer bestimmten Religion entnommen. Tatsächlich teilt die katholische Kirche die Gläubigen in zwei große Kategorien ein: Kleriker und Laien (Can. 207). In der kirchlichen Welt sagte man einst von einem Priester, der suspendiert war, er sei „in den Laienstand degradiert“ worden, und wir sprechen nach dem Konzil gemeinhin von „Laienbewegungen“, von „Säkularologie“ und von den „Laien“ oder von einer erneuerten „Berufung der Laien“. Nach dieser Gedankenordnung ist der Laie daher der Nichtgeistliche. Der Begriff, der ursprünglich eine negative Konnotation von Unkultiviertheit hatte, weist mittlerweile auf andere Formen der Fremdheit hin: So sprechen wir beispielsweise von „Laienmitgliedern“ des CSM, um auszudrücken, dass sie keine Richter sind, und Freud verwendete den Ausdruck „Laienanalyse“, um psychoanalytische Therapien zu bezeichnen, die von Nichtärzten durchgeführt werden. Nun, man könnte meinen, der „Säkularismus der Laien“ – also jener, der sich mit der Aufklärung auseinandersetzt – sei nichts anderes als die Umkehrung eines ursprünglichen negativen Urteils gegenüber der weltlichen Sphäre, eines negativen Urteils, das heute freilich selbst in der Kirche keine Relevanz mehr hat, die sich bekanntlich darauf beschränkt, der „säkularistischen“ Ideologie einen „gesunden“ Säkularismus entgegenzusetzen.
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